Die wachsende Zahl an Musikvereinsmitgliedern machte die Eröffnung neuer Ausbildungsklassen in den ersten Jahren des Bestehens der Vereinsmusikschule möglich. Neben Gesang wurden auch Fagott, Flöte, Horn, Klarinette, Kontrabass, Oboe, Posaune und Trompete, später auch Cello und Violine unterrichtet. Aufschluss über Mitglieder des Vereins, Lehrende und Schüleranzahl der Vereinsschule geben die Verzeichnisse, von denen jenes aus dem Jahr 1828 hier als Beispiel dient.

Neben Namensverzeichnissen, geben auch Dokumente wie das hier gezeigte Diplom Aufschluss über Absolventen der Vereinsmusikschule. Das Dokument aus dem Jahr 1876 bestätigt, dass „Johann Kortschak durch fünf Jahre die Violinschule mit Fleiß und ausgezeichnetem Erfolge besucht hat“.
Auch Gedeone Rosanelli zählte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu den Schülern. In der Vereinsmusikschule lernte er das Violinspiel, konzentrierte sich jedoch in weiterer Folge auf die Gitarre und seine eigene Kompositionstätigkeit, wo die Begleitung eine für die damalige Zeit (Anfang des 20. Jahrhunderts) neue Selbstständigkeit gewann. In den sechs Jahren seiner Kriegsgefangenschaft ab 1914 entwickelte Rosanelli sein Gitarrenspiel auf einem selbst gebauten Instrument. Der Nachlass Rosanellis, der sich seit 2015 im Universitätsarchiv der Kunstuniversität befindet, enthält neben teilweise handschriftlichen Notenheften auch Kleinplakate und Zeitungskritiken, die seine umfangreiche Konzerttätigkeit dokumentieren.

Der Neffe des Komponisten, Prof. Dr. Klaus Rosanelli, der den Nachlass an das Universitätsarchiv übergab, erzählt im folgenden Interviewausschnitt von Gedeone Rosanelli. Das Interview wurde 2015 im Universitätsarchiv geführt.