In Wolfgang Suppans Steirischem Musiklexikon nimmt das Werkverzeichnis von Roderich v. Mojsisovics fast zwei Seiten ein: Bühnen- und groß angelegte Orchesterwerke, zahlreiche Lieder und Chorkompositionen, Kammer- und Klaviermusik. Das alles ist heute weitestgehend in Vergessenheit geraten. Mit 13 Jahren versuchte sich der Gymnasiast das erste Mal als Komponist, dann gleich mit der dramatischen Konzeption zu einer Oper Beuwolf, basierend auf einem frühmittelalterlichen englischen Heldengedicht. Diesen Versuch hat Wolfgang Suppan nicht in die Liste der 23 Bühnenwerke das Komponisten aufgenommen, dafür finden sich dort Spiel- und heitere Opern (Tantchen Rosmarine, Madame Blaubart), große romantische Opern (Claudine und Villa Bella nach Goethe), Shakespare-Vertonungen (Viel Lärm um nichts), Schauspielmusiken (Merlin) und ein Pasticcio mit der Musik Mozarts für ein Ballett. Der Erfolg seiner Werke zwang ihn zu Konzertreisen und Wanderjahren, die ihn bis nach Göteborg führten. 1911 erhielt er die Berufung als Artistischer Direktor des Musikvereins und Leiter der daran angegliederten Musikvereinsschule – zwei Positionen, die er bis 1931 bekleidete. Oliver Rathkolb wies in seinem Beitrag zur Festschrift des Steiermärkischen Musikvereins 2015 darauf hin, dass mit Roderich Mojsisovics, „ein rabiater Antisemit und Großdeutscher“ Artistischer Direktor des Musikvereins und Leiter der Vereinsmusikschule war und verweist damit auf Desiderata hinsichtlich der Aufarbeitung der Geschichte des Nationalsozialismus.

Die graue Frau von Eggenberg bezeichnete Mojsisovics als “Alpenländisches, pantomimisches Tanzspiel in drei Bildern“, in seinem Werkverzeichnis trägt es die Opus-Nummer 106. Abgebildet ist hier die erste Seite aus dem vom Komponisten selbst angefertigten Klavierauszug.