Anhand der Jahresberichte des Steiermärkischen Landeskonservatoriums lässt sich u.a. die Entwicklung von Aufbau und Verwaltung des Konservatoriums in der Nachkriegszeit nachvollziehen. Es können Informationen zu Lehrkörper und Unterrichtsangebot sowie den Veranstaltungen entnommen werden.

Bei der Entwicklung des Konservatoriums in der Nachkriegszeit nimmt Günther Eisel eine besondere Stellung ein. Schüler der Vereinsmusikschule des Steiermärkischen Musikvereines war Eisel später auch Lehrender und Direktor des „Steiermärkischen Landeskonservatoriums“. Bis 1938 unterrichtete Eisel Violine, Klavier und Orgel am Konservatorium. Über ihn wurde jedoch aufgrund seiner Ehe mit einer Jüdin von 1938 bis 1945 ein Berufsverbot verhängt.

Nach dem Krieg war er maßgeblich am Wiederaufbau der Grazer Musiklehranstalten beteiligt und unterrichtete später auch an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Graz. Während seiner Zeit als Direktor des „Steiermärkischen Landeskonservatoriums“ zählte auch Alfred Brendel zu seinen Schülern.

Die beiden Fotos wurden während seiner Ehrenmitgliedschaftsverleihung an der Akademie im Jahr 1967 aufgenommen und zeigen ihn gemeinsam mit dem damaligen Akademiepräsidenten Erich Marckhl, der ebenfalls die Ehrenmitgliedschaft erhielt.