In den Jahren nach der Gründung der ersten Gesangsklasse wächst die Vereinsschule, was Schüler und Ausbildungsklassenanzahl betrifft, stetig. 1821 war die Schüleranzahl der Gesangsklassen im Verhältnis zur Stundenzahl so groß, dass nur noch wenige talentierte Schüler aufgenommen werden konnten. Diese erhielten nun auch fünf anstatt der zuvor üblichen zwei Stunden Unterricht pro Woche und ihr Fortschritt wurde laufend kontrolliert. Man wollte Lehrer, Orchestermusiker und Solisten ausbilden.

Aus dem Jahr 1821 stammen auch die hier präsentierten „Statuten des Steiermärkischen Musikvereines“.

Neben Bestimmungen zu Rechten und Pflichten von Vereinsmitgliedern und der Vereinsleitung finden sich auch Angaben zur Vereinsmusikschule. Die Priorität der Schule wird dadurch verdeutlicht, dass „die Vervollkommnung und Erweiterung dieser Lehranstalten“ als das vorrangige Ziel des Vereines genannt wird, soweit es die finanziellen Mittel zulassen. Zudem wird hier auch festgelegt, dass der Unterricht unentgeltlich stattfinden soll.

Während sich der Verein bei seiner Gründung 1815 aus Akademikern zusammensetzen sollte, wird in den Statuten aus 1821 unter §2 angeführt: „Der Verein besteht aus Gliedern aller Stände. Alle haben gleiche Rechte, gleiche Pflichten.“