Am 1. Juni 1963 erfolgte dann schließlich die sogenannte „Verbundlichung“: Das Konservatorium des Landes Steiermark wurde zu einer staatlichen Einrichtung des Bundes – zur „Akademie für Musik und darstellende Kunst in Graz“ und damit zu einer der vier Kunstakademien Österreichs.

Ist auch keine Live-Aufnahme des Festaktes vorhanden, so steht eine spätere Aufnahme des 1961 komponierten und beim Festakt uraufgeführten „Konzert für Streichorchester“ von Günther Eisel zur Verfügung. Eingespielt wurde sie vom Akademie-Kammerorchester.
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Als das Landeskonservatorium 1963 zur Akademie für Musik und darstellende Kunst erhoben wurde, verblieben die Elementarklassen und wurden als Landesmusikschule unter der Leitung von Rupert Doppelbauer weitergeführt. 1980 wurde aus der Landesmusikschule das Konservatorium des Landes Steiermark mit Öffentlichkeitsrecht, welches 1991 in „Johann-Joseph-Fux-Konservatorium“ umbenannt wurde.

Erich Marckhl, Landesmusikdirektor und bereits Direktor des Landeskonservatoriums, wurde 1963 erster Präsident der Akademie.

Erich Marckhl wurde 1902 in Cilli (heute Celje und die drittgrößte Stadt Sloweniens) geboren. Er studierte in Wien Germanistik, Musikwissenschaft und Komposition und war nach dem Studium einige Jahre in der Lehrerausbildung tätig: Bis 1936 war Marckhl Erzieher an der Bundeserziehungsanstalt Wien XIII, 1936 bis 1938 Lehrer an der Pädagogischen Hochschule in Dortmund. Im Jahr 1939 übernahm er in Wien das Amt eines „Fachinspektors für Musik an höheren Schulen“ und war von 1941 bis 1945 Professor für Musikerziehung und Leiter der Abteilung Musikerziehung an der damaligen „Reichshochschule für Musik“. Ab den späten 40er Jahren hat sich Erich Marckhl erfolgreich um den Aufbau des steirischen Musikschulwesens bemüht, zunächst als Musikschulleiter in Kapfenberg, ab 1952 als Landesmusikdirektor und seit 1957 schließlich als Leiter des Landeskonservatoriums. 1963 wurde das Konservatorium, unter maßgeblicher Beteiligung Erich Marckhls, zur Akademie für Musik und darstellende Kunst erhoben. Darüber hinaus war er Vorstandsmitglied des Steiermärkischen Musikvereins. Erich Marckhl hat ein überaus umfangreiches musikalisches Werk hinterlassen, allein in den Beständen der Sondersammlung der KUG sind an die 400 Autographe und Manuskripte verzeichnet.

Das Divertimento für Kammerorchester – dessen Beginn des zweiten Satzes hier abgebildet ist – entstand 1935, in einer Zeit da Marckhl noch als Erzieher an der Bundes-Erziehungsanstalt Wien XIII tätig war und vor seiner Entlassung aus dem Staatsdienst auf Grund seiner Mitgliedschaft in der illegalen NSDAP.

Als 1963 das Landeskonservatorium durch die sogenannte “Verbundlichung“ zu einer staatlichen Einrichtung, zur Akademie für Musik und darstellenden Kunst wurde, wurden noch im selben Jahr die ersten vier Ehrenmitglieder der jungen Institution ernannt. Neben dem damaligen Landeshauptmann Josef Krainer drei Komponisten: Josef Marx, Henri Gagnebin und Johann Nepomuk David.

David erhielt eine fast allumfassende musikalische Ausbildung erst als Sängerknabe im Augustiner-Chorherrenstift St. Florian bei Linz, dann am Gymnasium des Benediktinerstiftes Kremsmünster – hier erlernte er außer Flöte und Cello fast alle anderen Instrumente. Schließlich erlaubte es ihm ein Stipendium seine Studien an der Staatsakademie für Musik in Wien abzuschließen, wo er u.a. bei Joseph Marx (Komposition), Guido Adler (Musikwissenschaft) und Robert Reininger (Philosophie) studierte. Schon in seiner Zeit in Kremsmünster verfasste er erste Kompositionen und konnte erste Erfahrungen als Dirigent – des dortigen Studentenorchesters – sammeln. Später sollte ihn seine Dirigententätigkeit bis an das Pult der Berliner Philharmoniker (1942) führen; sie bildete neben der Komponisten- und Lehrtätigkeit die Trias seiner musikalischen Laufbahn.

Als Lehrer erwarb er sich namentlich in Leipzig und ab 1948 in Stuttgart, wo er bis zu einem Schlaganfall 1963 eine Professur für Theorie und Kontrapunkt innehatte, umfassende Verdienste. Bedingt durch seine frühe musikalische Prägung in St. Florian spielte die Orgel zeitlebens eine wichtige Rolle im kompositorischen Schaffen Davids.

Das hier abgebildete Autograph einer Passacaglia für Klavier wie für Orgel ist Teil eines Konvolutes mit Kompositionen Davids, das im Nachlass von Franz Illenberger in die Bestände der Kunstuniversität gelangte. Illenberger war Schüler von J. N. David, seinerseits ein bedeutender Orgellehrer und seit 1963 Professor an der Akademie für Musik und darstellende Kunst, der heutigen Kunstuniversität.