Einblick in die Entwicklung der Vereinsmusikschule über die Jahre 1919/20 bis 1924/25 gibt dieser Schul- und Konzertbericht. Da ab 1918/19 Berichte aus finanziellen Gründen nicht mehr jährlich veröffentlicht werden konnten, sollte dieser Sammelbericht „in erster Linie vereinsgeschichtlichen Zwecken“ dienen. Der Bericht zeigt den veränderten Schwerpunkt der Vereinstätigkeit seit der Gründung, als „die Schule als Quelle des Nachwuchses von Orchestermitgliedern ins Leben gerufen“ worden war, bis 1919/20 als die Schule durch die Verleihung des Titels „Konservatorium“ selbst zu einem „Konzertinstitut“ (Schwerpunkte Schülerorchester und Entwicklung einer Dirigentenschule) wurde.

Aus dem Bericht geht des Weiteren hervor, dass die Schülerzahl in den betreffenden Jahren von 750 auf 564 gesunken war. 1919/20 waren 98 davon Berufsmusiker, 1924/25 waren es 105. Dazu wird erklärt: „In der Vorkriegszeit schwankte die Zahl der Berufsmusiker zwischen 60 und 100, also ist der eigentliche Kern der Schülerzahl summarisch, was auch dem Verhältnisse zur Bevölkerungsziffer entsprechen dürfte, gleichgeblieben.“ Die Mitgliederzahl des Vereins steht jedoch scheinbar in keinem Zusammenhang mit der schweren wirtschaftlichen Lage. Sie stieg trotz der Inflationsperiode von 54 auf 163 Mitglieder.

Aus der Vereinsmusikschule gingen Komponisten wie Ferruccio Busoni (1866-1924), Wilhelm Kienzl (1857-1941), Dirigenten wie Felix Weingartner (1863-1942), Ernst Such (1846-1914) und Karl Böhm (1894-1981) hervor.

Beispiel für eine frühe Absolventin in einer eindeutigen Männerdomäne ist die Komponistin Grete von Zieritz, die als Schülerin der Vereinsmusikschule von 1912 bis 1917 auch bei Mojsisovics Komposition studierte.