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1816-2016

Von der Vereinsmusikschule zur Kunstuniversität

Einführung

KUG 200 Jahre Jubiläum

Die Geschichte der Kunstuniversität Graz geht zurück auf das Jahr 1816, als die zum Steiermärkischen Musikverein gehörige Vereinsmusikschule gegründet wurde. Dem volksbildnerischen Gedanken der Zeit entsprechend besteht schon in der Gründungsphase des Musikvereins für Steiermark die Idee, nicht nur Konzerte und Übungsstunden, sondern in erster Linie auch Musikunterricht zu veranstalten. In diesem Sinne wurde also 1816 die Vereinsmusikschule gegründet, die sich im Laufe der Jahre stets weiterentwickelte: Während zunächst Gesangs- und Bläserklassen unterrichtet wurden, kamen später auch Cello-, Kontrabass- und Violinunterricht sowie "Unterricht in den Anfangsgründen der Musik" und "Musikzeichenlehre" hinzu. Die Gesangsklassen hatten eine besondere Stellung inne und wurden auch in finanziell schwierigen Zeiten beibehalten. 1920 wurde der Vereinsmusikschule das Führen des Titels "Konservatorium" gestattet. Dies hatte zur Folge, dass 1934 auch das Öffentlichkeitsrecht, und somit die Berechtigung, staatlich anerkannte Prüfungen abzunehmen, vergeben wurde. Mit 1. April 1939 wurde das Konservatorium verstaatlicht, vom Musikverein abgetrennt und in den Aufbauplan des nationalsozialistischen Steirischen Musikschulwerkes einbezogen. Es existierte fünf Jahre lang in dieser Form bevor es nach 1945 einer völligen Neuorientierung unterzogen wurde. Am 1. Juni 1963 wurde das "Steiermärkische Landeskonservatorium" zu einer Bundeseinrichtung – zur "Akademie für Musik und darstellende Kunst in Graz" – und damit zu einer der vier Kunstakademien Österreichs. Erich Marckhl, der seit 1957 das Konservatorium leitete, fungierte als Gründungspräsident der Akademie. Das Kunsthochschulorganisationsgesetz 1970 ließ die Akademie zur Hochschule werden und mit 1. Oktober 1998 trat das Bundesgesetz über die Organisation der Universitäten der Künste (KUOG) in Kraft, die "Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz" wurde zur "Universität für Musik und darstellende Kunst Graz".

Die Ausstellung soll, anlässlich des Jubiläumsjahres 2016 und anhand von ausgewählten Exponaten aus Universitätsarchiv und Universitätsbibliothek, Einblick in die Geschichte geben. Vereinsmusikschule, Konservatorium und die Institutionen, die sich aus ihnen entwickelt haben, sollen präsentiert werden.

1816

07

Okt

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Der erste Gesangs­unterricht im Steier­märkischen Musik­verein

Die erste Singschule, die dem Steiermärkischen Musikverein angehört, wird eröffnet und man legt den Grundstein für die Vereinsmusikschule, deren stetige Weiterentwicklung schon von Beginn an ein wichtiges Anliegen des Vereins ist. Bereits in den Vereinsstatuten des Jahres 1816 werden die Richtlinien für die Durchführung von Ausbildungsklassen und das Vorhaben der „Förderung des Kunstsinnes durch […]

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1821

16

Aug

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Die Vereins­statuten aus dem Jahr 1821

In den Jahren nach der Gründung der ersten Gesangsklasse wächst die Vereinsschule, was Schüler und Ausbildungsklassenanzahl betrifft, stetig. 1821 war die Schüleranzahl der Gesangsklassen im Verhältnis zur Stundenzahl so groß, dass nur noch wenige talentierte Schüler aufgenommen werden konnten. Diese erhielten nun auch fünf anstatt der zuvor üblichen zwei Stunden Unterricht pro Woche und ihr Fortschritt wurde laufend […]

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1824

07

Okt

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Anselm Hütten­brenners Amts­zeit als Direktor des Musik­vereins beginnt

Anselm Hüttenbrenner erhielt schon als Siebenjähriger ersten Klavier- und Gesangsunterricht beim damaligen Grazer Domorganisten Matthäus Grell. Nach zwei Jahren als Novize im Stift Rein, einer knapp 20 km nördlich von Graz gelegenen Zisterzienserabtei, nahm er in Wien ein Jurastudium auf und studierte parallel bei Anton Salieri Gesang und […]

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1828

07

Okt

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Schüler, Lehrer und Mit­glieder: unter ihnen Gedeone Rosanelli

Die wachsende Zahl an Musikvereinsmitgliedern machte die Eröffnung neuer Ausbildungsklassen in den ersten Jahren des Bestehens der Vereinsmusikschule möglich. Neben Gesang wurden auch Fagott, Flöte, Horn, Klarinette, Kontrabass, Oboe, Posaune und Trompete, später auch Cello und Violine unterrichtet. Aufschluss über Mitglieder des Vereins, Lehrende und Schüleranzahl der Vereinsschule geben […]

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1859

07

Okt

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Ende des Protektorats durch Erz­herzog Johann

1819 übernahm Erzherzog Johann das Protektorat des Steiermärkischen Musikvereins. Er war bei zahlreichen Ausschusssitzungen zugegen und galt als wichtiger Fürsprecher für die Belange des Vereins. Als sich die Vereinsmusikschule aufgrund einer schwierigen finanziellen Lage vor der Schließung befand, erwirkte der Erzherzog die Zusicherung von finanzieller Unterstützung beim Kaiser. Am 25. Mai 1859 gedachte der Musikverein seines großen Gönners […]

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1861

07

Okt

Rara MPD 1151

Ehren­mitglieder: Eduard v. Lannoy, Tobias Haslinger, Karl Böhm

Wie Susanne Flesch in ihrem Artikel „Die Ehrenmitglieder des Musikvereins für Steiermark“ ausführt, wurde es bald nach der Gründung des Vereins nötig, sogenannte „Ehrenmitglieder“, später „teilnehmende Ehrenmitglieder“ aufzunehmen, um den engen Kreis der Akademiker, denen der Musikverein ursprünglich vorbehalten war, zu erweitern. Später wurde die Kategorie „auswärtige Ehrenmitglieder“ eingeführt […]

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1886

17

Okt

Rara MPMs 261/1

Ferdinand Bischoff wird Direktor des Musik­vereins

Als Ferdinand Bischoff 1826 in Olmütz geboren wurde, gehörte die Stadt noch zum Kernland der K&K-Monarchie, heute heißt sie Olomouc und ist die sechstgrößte Stadt Tschechiens. Über die Stationen Wien und Lemberg kam er 1865 in die Steiermark. In beiden Städten hatte er als Jurist gewirkt, und auch nach Graz führte ihn seine juristische Tätigkeit – die Berufung an die Karl Franzens Universität, […]

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17

Okt

Rara MPMs 100/1

Wilhelm Kienzl wird Artist­ischer Direktor des Musik­vereins

Geboren wurde Wilhelm Kienzl 1857 in Waizenkirchen, einer kleinen Gemeinde in Oberösterreich – auf halbem Wege zwischen Passau und Linz. 1860 zog die Familie nach Graz, wo Wilhelm Kienzl sen. als Abgeordneter des Steiermärkischen Landtages und von 1873 bis 1885 als Bürgermeister bald eine wichtige Rolle in der Politik spielte. Seinen ersten Musikunterricht erhielt der junge Wilhelm in der […]

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1911

17

Okt

Rara MPMs 270

Roderich v. Mojsisovics wird Artist­ischer Direktor des Musik­vereins und Leiter der Vereins­musik­schule

In Wolfgang Suppans Steirischem Musiklexikon nimmt das Werkverzeichnis von Roderich v. Mojsisovics fast zwei Seiten ein: Bühnen- und groß angelegte Orchesterwerke, zahlreiche Lieder und Chorkompositionen, Kammer- und Klaviermusik. Das alles ist heute weitestgehend in Vergessenheit geraten. Mit 13 Jahren versuchte sich der Gymnasiast das erste Mal als Komponist, dann gleich […]

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1919

17

Okt

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Der Schul- und Konzert­bericht des Steier­märkischen Musik­vereins ab 1919

Einblick in die Entwicklung der Vereinsmusikschule über die Jahre 1919/20 bis 1924/25 gibt dieser Schul- und Konzertbericht. Da ab 1918/19 Berichte aus finanziellen Gründen nicht mehr jährlich veröffentlicht werden konnten, sollte dieser Sammelbericht „in erster Linie vereinsgeschichtlichen Zwecken“ dienen. Der Bericht zeigt den veränderten Schwerpunkt der Vereinstätigkeit seit […]

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1920

17

Okt

„Konservatorium“

Im Jahr 1920 wurde es der Vereinsmusikschule gestattet, den Titel „Konservatorium“ zu tragen. Dies wurde bereits durch die ständige Erweiterung des Fächerkanons und der Kontrolle des Leistungsniveaus der Schüler sowie die Organisationsstruktur der […]

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1934

17

Okt

Öffentlichkeits­recht für das Konser­vatorium

Ab 1934 galt das Öffentlichkeitsrecht für das Konservatorium, es durften staatlich anerkannte Prüfungen abgenommen werden. Ebenfalls wurden in den späten 1930er Jahren „Offene Singstunden“ veranstaltet, die von Anhängern der damals verbotenen Nationalsozialistischen Partei als „Tarnung“ verwendet wurden. In dieser Zeit standen der Musikverein und sein Konservatorium unter […]

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1939

17

Okt

UAKUG/AK/EMB

Das Steirische Musik­schul­werk

1939 wurde das Konservatorium schließlich verstaatlicht und vom Musikverein abgetrennt. Es wurde als „Steirische Landesmusikschule“ in den nationalsozialistischen Aufbauplan des Steirischen Musikschulwerkes einbezogen und sollte hauptsächlich der Ausbildung von BerufsmusikerInnen dienen. 1940 wurde die 1938 eröffnete […]

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1945

17

Okt

Neu­orientierung

1945 erfolgt eine Neuorientierung und Umstrukturierung der Institutionen der steirischen Musiklandschaft. Das Konservatorium, beziehungsweise die Steirische Landesmusikschule, bestand fünf Jahre lang in der von den Nationalsozialisten geprägten Form. Nach 1945 wurde es, wie auch der Musikverein für Steiermark, einer tiefgreifenden Neuorientierung unterzogen und […]

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1957

17

Okt

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Jahres­bericht aus der Nach­kriegs­zeit

Anhand der Jahresberichte des Steiermärkischen Landeskonservatoriums lässt sich u.a. die Entwicklung von Aufbau und Verwaltung des Konservatoriums in der Nachkriegszeit nachvollziehen. Es können Informationen zu Lehrkörper und Unterrichtsangebot sowie den Veranstaltungen entnommen […]

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1958

17

Okt

Landes­konser­vatorium erhält Schul­statut

1958/59 erhielt das Steiermärkische Landeskonservatorium durch Erlass der Landesregierung ein Schulstatut, dessen Satzungen und Studienordnung im Wesentlichen den allgemeinen Bestimmungen einer Musikhochschule entsprachen. 1961 wurde ein Voll-Lehrgang der Schulmusik am Konservatorium eingerichtet sowie eine bundesstaatliche Prüfungskommission für […]

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1960

17

Okt

Gundula Janowitz

Janowitz feierte 1960 ihr Debüt bei den Bayreuther Festspielen und war von 1962 bis 1987 Mitglied der Wiener Staatsoper. Als Schülerin des Konservatoriums der 1950er und Ehrenmitglied der Kunstuniversität seit 1986 ist Gundula Janowitz eng mit der Institution verbunden. 1967 wurde sie zur österreichischen, 1974 zur Berliner Kammersängerin […]

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1963

17

Okt

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Die Akademie für Musik und dar­stellende Kunst in Graz; Erich Marckhl als erster Akademie­präsident

Am 1. Juni 1963 erfolgte dann schließlich die sogenannte „Verbundlichung“: Das Konservatorium des Landes Steiermark wurde zu einer staatlichen Einrichtung des Bundes – zur „Akademie für Musik und darstellende Kunst in Graz“ und damit zu einer der vier Kunstakademien Österreichs. […]

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1970

17

Okt

Die Akademie wird zur Hoch­schule

In den 1960er Jahren erfolgten zahlreiche Institutsgründungen („Musikfolklore“, „Jazz“, Expositur Oberschützen, „Elektronik“, „Werkpraxis“, „Wertungsforschung“) bevor die Akademie 1970/71 mit dem Kunsthochschulorganisationsgesetz in eine Hochschule umgewandelt wurde. Es trat die Rektoratsverfassung in Kraft und Friedrich Korcak wurde zum ersten Rektor […]

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1988

17

Okt

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Neu­bau

1988 wurde mit der Errichtung des Neubaus begonnen der nach Plänen des Architekten Klaus Musil die Form eines Flügels gestaltet wurde. Die beiden Fotos zeigen den Baubeginn sowie die anschließenden Feierlichkeiten zur Grundsteinlegung. Die Eröffnung erfolgte vier Jahre später am […]

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1998

17

Okt

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Die Hoch­schule wird zur Uni­versität

Mit dem Beginn des Studienjahres 1998/99 wurden die sechs österreichischen Kunsthochschulen in Universitäten umbenannt. Die „Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz“ heißt seit dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes über die Organisation der Universitäten der Künste (KUOG ’98 – Kunstuniversitätsorganisationsgesetz) am 1. Oktober 1998 […]

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2009

17

Okt

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Er­öff­nung des MUMUTH

2009 folgte die Eröffnung des MUMUTH (Haus für Musik und Musiktheater) in der Lichtenfelsgasse. Den bereits 1997 für den Bau ausgeschriebenen Architekturwettbewerb gewann der niederländische Architekt Ben van Berkel, der mit seinem von Stahl, Beton und Glas dominierten Design, dem baukünstlerischen Wert […]

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2014

17

Okt

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Die erste Rektorin

Am 10. April 2014 wählte der Universitätsrat Elisabeth Freismuth zur neuen Rektorin. Mit ihr steht erstmals eine Frau an der Spitze der Kunstuniversität. Auf dem Foto ist Elisabeth Freismuth mit zahlreichen RektorInnen und VizerektorInnen aus Österreich zu […]

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2016

17

Okt

https://online.kug.ac.at/KUGonline/StudierendenStatistik.html

Stu­dierenden­zahlen

Im Jahr 2016, 200 Jahre nach Gründung der Vereinsmusikschule, sind 2174 Personen an der Kunstuniversität Graz inskribiert (Stand: August 2016). Der Frauenanteil beträgt ca. 45 Prozent. 1120 der Studierenden kommen aus dem […]

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